Die Effekte mehrdimensionaler Wärmeleitung werden in der Welt der PlanerInnen gerne unter dem Schlagwort "Wärmebrücken" subsummiert. Dort werden Wärmebrücken als thermische Schwachstellen der Gebäudehülle mit erhöhtem Wärmeabfluss und niedrigen inneren Oberflächentemperaturen gesehen.

Vom Blickwinkel der Physik aus stellt sich hingegen ein tiefer gehendes Problem. Die fast generell verwendete Beschreibung der Wärmeleitungs- und Wärmespeicherungseffekte in einem thermisch eindimensionalen Modell erweist sich als Instrument zur Erfassung des thermischen Verhaltens von Gebäuden als nur wenig geeignet. Bereiche, in denen die Gebäudehülle zutreffend als aus plattenförmigen, homogen geschichteten Bauteilen beschrieben werden kann sind eine seltene Ausnahme und nicht die Regel; in diesem Sinne hat die ganze Gebäudehülle die thermischen Eigenschaften einer Wärmebrücke.